Kuriositäten über Tattoos: 10 Fakten, die selbst Tätowierte überraschen
Fast jeder kennt jemanden mit einem Tattoo. Aber die wenigsten wissen, wie alt, wie seltsam und wie international die Geschichte hinter der Nadel wirklich ist. Wir haben zehn Kuriositäten zusammengetragen, die selbst unsere Stammkunden im Studio in Waiblingen überrascht haben.
1. Der älteste Tätowierte Europas ist über 5000 Jahre alt
1991 wurde im Eis der Alpen eine Gletschermumie gefunden. Ötzi, wie er später genannt wurde, trägt 61 Tätowierungen auf seiner Haut. Meistens einfache Linien und Kreuze, oft genau an Stellen, die auf Gelenkbeschwerden hindeuten. Forscher vermuten deshalb, dass diese Tattoos kein Schmuck waren, sondern eher therapeutisch gemeint.
2. Das Wort Tattoo kommt aus der Südsee
Unser heutiges Wort geht auf das polynesische tatau zurück, was so viel bedeutet wie Einstich oder Markierung auf der Haut. Europäische Seefahrer brachten den Begriff im 18. Jahrhundert mit nach Hause, zusammen mit den ersten Motiven.
3. Im alten Ägypten wurden sogar Verstorbene tätowiert
Vor rund 4000 Jahren gehörte das Tätowieren in Ägypten zur Oberschicht. Priesterinnen, Musikerinnen und Angehörige des Hofes trugen Motive auf der Haut. Bis heute wurden fast ausschließlich tätowierte weibliche Mumien gefunden, obwohl die Forschung davon ausgeht, dass auch Männer tätowiert waren.
4. Seeleute brachten das Tattoo zurück nach Europa
Im 17. und 18. Jahrhundert stachen sich Matrosen Motive als Erinnerung an ferne Länder und Erlebnisse. Später wurde das Tattoo in Europa auch politisch. In der Französischen Revolution war es ein Zeichen der Überzeugung.
5. Die erste Tattoo Maschine geht auf Thomas Edison zurück
Edison ließ 1877 einen elektrischen Gravierstift patentieren. Vierzehn Jahre später meldete Samuel O'Reilly in New York die erste elektrische Tätowiermaschine an, die nach demselben Prinzip funktionierte. Das war 1891. Im Kern arbeiten unsere Maschinen bis heute so.
6. Bis zu 3000 Einstiche pro Minute
Je nach Technik und Farbe durchsticht die Nadel die Haut zwischen 50 und 3000 Mal pro Minute. Die Farbe landet dabei in der zweiten Hautschicht, der Dermis. Genau deshalb bleibt sie ein Leben lang, während sich die oberste Hautschicht ständig erneuert.
7. Der erste Tattoo Shop der Welt gehörte einem Deutschen
1846 eröffnete der deutsche Auswanderer Martin Hildebrandt in New York das erste feste Tattoo Studio der Welt. Aus einer Randerscheinung für Seeleute wurde damit zum ersten Mal ein richtiges Gewerbe.
8. Neuseeland ist das am stärksten tätowierte Land
Grund dafür ist vor allem die Māori Kultur mit ihrer jahrhundertealten Tradition der polynesischen Tätowierung. Ein Tattoo ist dort kein Trend, sondern Herkunft und Identität.
9. Früher wurde Farbe aus Asche gemischt
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Tattoofarbe nicht selten aus Asche und anderen Hausmitteln hergestellt. Heute ist Tätowiermittel in Deutschland streng reguliert, jedes Pigment muss zugelassen und dokumentiert sein. Wenn dir ein Studio die Farbliste nicht zeigen kann, ist das kein gutes Zeichen.
10. Tattoos werden auch in der Medizin eingesetzt
Nach einer Brustamputation lassen sich Brustwarzen realistisch in 3D tätowieren. Narben nach Operationen oder Unfällen lassen sich mit einem Cover up überdecken. Und manche Familien lassen einen kleinen Teil der Asche eines verstorbenen Angehörigen in die Farbe einarbeiten. Für viele Menschen ist das kein Schmuck, sondern ein Abschluss.
Was wir daraus mitnehmen
Tätowieren ist eine der ältesten Kunstformen der Menschheit und trotzdem verändert sich das Handwerk ständig. Genau das macht die Arbeit im Studio jeden Tag spannend.
Wenn du Lust auf dein eigenes Stück Geschichte hast, komm bei Waiblingen Ink in der Langen Straße 10 in Waiblingen vorbei oder schreib uns auf Instagram unter waiblingen_ink. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.
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